Studiovisit Ralf Nietmann

„Hamburg, Deine Perlen …“, so könnte doch sehr vielversprechend eine Porträtreihe verschiedener Künstler aus der Hansestadt beginnen. Definitiv nicht fehlen darf dabei der Grafikkünstler Ralf Nietmann. Seit etwas mehr als 10 Jahren zeichnet, illustriert und gestaltet er von seinem Studio aus für Magazine, Werbung und hauptsächlich eigene Arbeiten. 

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Vom U-Bahnhof Rödingsmarkt sind es nur wenige Gehminuten zu seinem Atelier in der Martin Luther Straße 8. Pulverturmsbrücke, Herrengraben und eine idyllische, kleine Straße mit Kopfsteinpflaster, vielen Bäumen und roten Backsteinhäusern prägen die Nachbarschaft. Die Räume eines ehemaligen Ladengeschäfts sind zentraler Ort seines Schaffens. Im Schaufenster sind bereits einige Arbeiten ausgestellt, die Lust auf mehr wecken.

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Nach seinem Grafik-Studium zog es Ralf Nietmann zunächst in die Werbung. Nach mehreren Agenturstationen widmete er sich ganz seinen eigenen Projekten und Arbeiten, die sich aber weiterhin durchaus mal mit Werbung beschäftigen. Editorials, Advertorials, Art Work für Kampagnen, die Spannbreite seiner Projekte ist ziemlich umfangreich. Im hinteren Raum seines Studios hat er auch eine Zeit lang gearbeitet. Hier lagern seine Reisebücher mit zahlreichen Illustrationen, die er vor Ort festhält.  An der Wand sind ein paar seiner Zeichnungen und Bilder, unter anderem aber auch ein Porträt, dass die Künstlerin Stephanie Wunderlich von ihm gefertigt hat. Ebenso eine Aufnahme von Pablo Picasso - seinem großen Vorbild.

Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. Es gibt aber andere, die Dank ihrer Kunst und Intelligenz einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln können.
— Pablo Picasso

Die Hauptmotive von Ralf Nietmann sind meist Figuren. Reduziert und auf das Wesentliche fokussiert, entstehen so Werke wie La FemmeThe MoonMoonika, oder Swim. Der Einfluss von Picasso auf seine Arbeiten schimmert hier und da als Hommage subtil durch. Auffällig prägnant sind die Ausdrücke der Gesichter. Stimmungen, Gedanken, Gefühle - beim Anblick, ahnt der Betrachter sofort, wie es den Protagonisten wohl ergeht.

Im Hauptraum, also direkt nach Betreten des Studios steht ein riesiger Zeichentisch. Bleistift, Aquarell, Acryl, Papier, Holz sind die bevorzugten Materialien von Ralf Nietmann. Die Motivfindung folgt Impulsen. Er lässt sich von Gedanken leiten und hält fest, was interessant ist und „so in den Sinn kommt“. Für manche Auftragsarbeiten benötigt es allerdings detaillierte Recherche und historische Vorlagen, wie für seine sechsteilige Kartenreihe für das Magazin „Häuser“ in diesem Jahr. Freigestalteter können da eher Arbeiten wie Horoskopillustrationen für die Vogue oder ganze Umschlagseiten für Salon angegangen werden.

Seit einigen Wochen gibt es nun auch einen Online-Shop mit einer großen Auswahl seiner Arbeiten. Alle Motive sind „hochwertige Fine Art Prints in lichtbeständiger Museumsqualität“ und werden von Hand auf der Rückseite signiert. Für den täglichen „Nietmann“ lohnt sich das Folgen seines Instagram-Accounts @rosaistschlecht, oder einfach das Lieblingsmotiv an der Wand!