Atelierbesuch: Dénesh Ghyczy

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Verzerren, maskieren, oder auch fragmentieren, die Werke von Dénesh Ghyczy fordern unsere Sehgewohnheiten heraus. Motive von Menschen durch Glas polarisieren ebenso wie sich auflösende Portraits oder verschobene Raumdarstellungen. In seinem Berliner Atelier kreiert der Künstler Bilder voller sinnlicher Leichtigkeit und offenbart wie vermeintlich Transparentes sichtbar wird. In einer Seitenstraße parallel zur bekannten Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg befindet sich das Atelier von Dénesh Ghyczy. Der Maler hat sich in einem ehemaligen Ladengeschäft ein beeindruckendes Refugium geschaffen. Von außen unscheinbar, fast nicht einsehbar, offenbart sich ein Ort der Ruhe und Kreativität. Dénesh Ghyczy malt unter anderem nach Fotovorlagen auf großformatige Leinwände beeindruckende Szenerien. Charakteristisch sind die Fragmentierungen der Motive und das Spiel mit verschiedenen Perspektiven. Der Blick durch die Linse, oder durch das Fliegenauge schafft Bildwahrnehmungen, die den Betrachter zunächst irritieren und herausfordern.

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„Alles was wir sehen, ist nur ein dünner Film.“

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Bevor Dénesh Ghyczy nach Berlin kam, studierte er in Amsterdam, Brüssel und Budapest. Im Laufe der Jahre legte er mehr und mehr Aufmerksamkeit auf die Details, die sonst immer nur im Hintergrund bleiben. Weniger Personen und Gesichter, sondern Räume und Orte stehen im Fokus seiner Bilder. Legendäre Gebäude wie die Villa Savoye von Le Corbusier, das Berliner Collegium Hungaricum, das Palais de Tokyo, oder auch das Palazzo Fortuny in Venedig sind Motive für seine großformatigen Arbeiten.

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Die Frage nach der Distanz zwischen Betrachter und Gemaltem ist eines der Themen, der Ghyczy mit seinen Werken nachgeht. In seinen Arbeiten lösen sich Wände auf und verändern feste Perspektiven. „Alles was wir sehen, ist nur ein dünner Film“, so Dénesh Ghyczy. Das Davor und Dahinter, das Drinnen und Draußen verschmelzen und heben feste Grenzen auf.

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Dénesh Ghyczy hat bereits in zahlreichen internationalen Galerien und Museen ausgestellt. Pünktlich zum Berliner Gallery Weekend 2018 zeigte er zusammen mit der Galerie Westphal neue Arbeiten während der „paper positions“. Weitere Ausstellungen werden im Laufe des Jahres unter anderem in Istanbul und Toronto zu sehen sein.

Ausstellungstermine:

2018, May 25 - June 24: solo show at Erlas Galerie, Traunkirchen, Austria

 

Bilder: Jules Villbrandt / Text: Wilkin Schröder