Ankunft: Fuerteventura

There's a road I know I must go
Even though I tell myself
That road is closed
Listen lonely seabird
You've been away from land too long
Aw, too long

(Seabird by The Alessi Brothers)

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Im Flieger scheint sich das Klischee der „Inseln des ewigen Frühlings“ zu bestätigen. Scharenweise steigt die Generation 60+ in den Airbus. Vorgebräunt und mit Bunte, Bild und Rätselheft unter dem Arm für die fast viereinhalb Stunden Flugzeit bewaffnet, wird dann auch umgehend das Currywurst-Menü bestellt. Zielflughafen ist Puerto del Rosario auf Fuerteventura. Dort wo vor einigen tausend Jahren die letzten Eruptionen alles Leben mit sich rissen, scheinen die Dinos nun wieder zurückzukehren. Und das bereits seit den 70er Jahren, als der Massentourismus auf die Kanaren Einzug hielt. Die Vermutung liegt nahe, dass das ZDF-Traumschiff dort einen festen Anlegeplatz hat. Nein, tatsächlich wurden die Kanaren in mehr als 30jähriger TV-Geschichte nicht ein einziges Mal vom illustren Happy-End-Dampfer angesteuert. In der Tat sind solche Klischees passé und werden der Insel nicht gerecht. Es herrschen milde 23°C bei Ankunft und mit dem Mietwagen geht es dann gleich Richtung Norden. Die Landschaft ist karg. Gestein, erloschene Vulkane und vereinzelte Aloe Vera Plantagen prägen den Weg in die Region um La Oliva. Für die nächsten Tage werden die Orte Corralejo, El Cotillo und Lajares die Angelpunkte der Erkundungstrips sein. Im Fokus steht der Norden mit seinen vielen Vulkanen, Badestränden und vor allem den zahlreichen Surf-Spots.

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Unterseeische Vulkane haben vor mehr als 20 Millionen Jahren die Insel entstehen lassen. In der Nähe von Corralejo lässt sich solch’ eine Vulkankette per Wanderweg erkunden. Besonders lohnenswert ist der mehr als 70 Meter tiefe Vulkankegel des Calderon Hondo. Nicht nur, dass er sehr an die Vulkanszene aus „James Bond - Man lebt nur zweimal“ erinnert, vielmehr ist bei klarer Sicht sogar der Atlantik zu sehen. Bei etwas Geduld kommen auch kleine Atlas-Hörnchen vorbei, die sich dort dauerhaft angesiedelt haben. Festes Schuhwerk ist ein Muss, da trotz angelegtem Wanderweg doch kleinere, steile Passagen erklommen werden müssen.

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Zum Eingrooven lohnen sich die weiten Stranddünen von Corralejo. Feine, helle Sandstrände und ein seichter Zugang ins Meer bieten viele Möglichkeiten zum Relaxen. Zwei Liegen mit Sonnenschirm gibt es für 9€ pro Tag. Wer sich einfach direkt in den Sand legt, sollte unbedingt einen Schirm mit einpacken. Trotz milder Temperaturen und leichtem Wind bretzelt die Sonne ziemlich stark und schattige Rückzugsmöglichkeiten gibt es hier nicht. Der ideale Ort zum Baden mit Blick auf die kleine, vorgelagerte Insel Los Lobos. Das türkisblaue Wasser kann sich durchaus mit der Postkartenromantik der Malediven messen.

Meterhohe Kakteen, Aloe Vera Pflanzen, Strelitzien, Palmen - trotz der spröden Lavalandschaft finden sich immer wieder beeindruckenden Oasen und botanische Kleinode. Support the locals!, nach dem Sonnenbad empfiehlt sich eine kühlende Aloe Vera Creme, die auf der Insel hergestellt und angeboten wird.

Auf dem Weg zum Surfspot in El Cotillo lohnt sich ein Stop in Majanicho. Felsige Küsten und meterhohe Wellen sind wirklich nur etwas für Profi-Surfer. Auch hier geht es wieder über Schotterpisten zum Strand. Bei der Wahl des Mietwagens sollte genau überlegt werden, wohin die Erkundungstour geht. Ein platter Reifen kann durchaus den Tagestrip schnell beenden und je nach Verleih zeigt sich die Flexibilität bei der Soforthilfe sehr unterschiedlich. Auch in El Cotillo wird via Sandweg der Parkplatz oberhalb des Strandabschnittes erreicht. Bevor es raus auf die Wellen geht, sind die beiden Restaurants El Roque De Los Pescadores und Aguayre zur Stärkung sehr zu empfehlen. Mit Blick auf die Bucht und den Strand kann sich mental bereits bestens vorbereitet werden. Rote Flagge oder gelbe Flagge - vor Ort sind Lifeguards, die einen erinnern, dass dieser Abschnitt kein reiner Badestrand ist. Felsen, Strömungen und wechselhafte Winde sind dann eben nichts für Landratten. Dennoch können hier Anfänger durchaus in Surfkursen ihre ersten Moves auf dem Board wagen. Wer bereits Erfahrung hat, kann sich vor allem in Lajares Surfausrüstungen leihen.

Die Wahl der Unterkunft ist ziemlich einfach. Definitiv keine Bettenburg, wie es sie auch in Corralejo gibt. Sanfter, naturnaher Tourismus wächst vor allem im Inselinneren. Zahlreiche Bungalows, Gästehäuser und große Ferienhäuser mit Pool können bequem gebucht werden. Ob in Corralejo, Lajares oder La Oliva - wer sich selbst versorgt, ist in den Dino-Supermärkten genau richtig. Zum abendlichen BBQ lohnt sich der Blick in die Fischtheke. Fangfrische Dorade, Gambas und ein kühles Tropical lassen den Sonnenuntergang entspannt geniessen.

Viva Fuerteventura!