Lost & Found: Sava Sumanovic

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Zu seinen Freunden gehörten Amedeo Modigliani, Pablo Picasso, Max Jacob und Georges Braque. Die Kunstkritiker der 20er Jahre prophezeiten ihm eine große Karriere. Selbst Kiki, die Königin von Montparnasse, liess sich von ihm malen. Dennoch klingeln wohl bei den Wenigsten die Ohren, wenn der Name Sava Sumanovic fällt. „Schumanowitsch“ gehört zu den Vergessenen. Seine Werke hängen in einigen Museen Belgrads und im Sumanovic-Museum in seiner Heimatstadt Sîd. Das war es dann schon fast. Die prophezeite große Karriere blieb leider aus. Zur rechten Zeit am rechten Ort mit den richtigen Einflüssen, dennoch sollte der nötige Durchbruch eben nicht so recht gelingen. Zu seinen Mitschülern, unter Leitung von André Lhote, gehörten Henri Cartier-Bresson und Tamara de Lempicka. Weltstars. Sava Sumanovic kam 1896 zur Welt und wuchs im serbischen Sîd auf. Nach seinem Studium an der Hochschule für Kunst und Handwerk in Belgrad lebte er einige Jahre in Paris. In dieser Zeit entstanden hauptsächlich Frauenakte und Einblicke in das Großstadtleben der französischen Bohème. Kubismus, Expressionismus, Fauvismus - Stilrichtungen, die sich in seinen Werken wiederfinden. In den 30er Jahren kehrte Sumanovic in seine Heimat zurück. Landschaften und Dorfszenerien sind nun motivangebend. Dort lebte er zurückgezogen und vom Kunstmarkt weitestgehend unbeobachtet. Mit dem Einmarsch der Nazis wurde es zunehmend schwieriger für seine Malerei. Sava Sumanovic wurde 1942 im Konzentrationslager Sremska Mitrovica hingerichtet.

Eine umfassende Werksschau, sowie wechselnde Sonderausstellungen, sind permanent in seinem Heimatort Sîd zu sehen:

https://savasumanovic.com/#

Eine Bildauswahl unseres Besuchs vor Ort, sowie Eindrücke aus Sîd, haben wir in einer kleinen Galerie zusammengestellt:

TravelWilkin Schröder